Augen auf beim Vogelkauf
Fast die Hälfte aller Ziervögel stammt aus dem Zoofachhandel – worauf zu achten ist

Wer mit dem Gedanken spielt, Ziervögel bei sich aufzunehmen, sollte zuerst einen Blick auf die eigenen Lebensumstände werfen: Habe ich genug Platz für die Unterbringung der Tiere in einer Voliere oder einem Vogelbauer? Kann ich mich jeden Tag um die Beschäftigung und Pflege der Tiere kümmern? Und bin ich bereit, diese Verantwortung mitunter für viele Jahre zu übernehmen?
Wer das bejahen kann, den zieht es meist in den klassischen Zoofachhandel: Laut einer aktuellen Erhebung des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V. und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) gaben 47 Prozent der Vogelhalter an, der Zoofachhandel sei ihre erste Anlaufstelle. Der Vorteil liegt hier unter anderem in der Auswahl und der fachlichen Beratung. 40 Prozent der Befragten nannten private Verkäufer, das Internet oder Tierbörsen als Bezugsquelle für mindestens einen ihrer Vögel. Weitere Kontakte für den Ziervogelkauf sind etwa Züchter (30 %) und Tierschutzorganisationen oder Tierheime (14 %).
Genau hinsehen und Fragen stellen
„Käufer sollten genau darauf achten, aus welcher Haltung ihr zukünftiger Vogel stammt“, rät Josef Hellenbrand, Präsident des Deutschen Kanarien- und Vogelzüchter-Bunds e.V. (DKB). „Ein seriöser Anbieter informiert immer transparent über Herkunft, Alter und Haltung der Vögel und kann auch Angaben zu den Elterntieren machen. Außerdem wird er darauf achten, dass gesellige Arten wie Wellensittiche oder Nymphensittiche nicht einzeln abgegeben werden oder Nachfragen stellen, wenn man ein Partnertier für einen hinterbliebenen Vogel sucht. Wenn man Zweifel hat, ob die Tiere wirklich aus einer tiergerechten Haltung kommen, sollte man sich besser einen anderen Anbieter suchen.“ Wichtige Informationen zu diesem Thema bietet der DKB auf seiner Homepage www.vogelbund.de an.
Vögel als Sehnsuchtsobjekte
Die Gründe für den Kauf eines Ziervogels sind vielfältig. So gab etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmer an, dass ein anderes Heimtier verstorben sei. Für 27 Prozent war es der Wunsch aus der Familie, etwa vom Partner oder Kind, während 19 Prozent sich selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllen wollten. „Wichtig ist, dass hinter jeder Anschaffung eine durchdachte Entscheidung steht – und keine spontane Reaktion auf irgendeinen äußeren Impuls“, sagt Experte Hellenbrand.
Pflichten nach dem Vogelkauf
Rechtlich ist nach dem Vogelkauf wenig zu beachten. In den meisten Fällen, zum Beispiel bei Wellensittichen und Kanarienvögeln, ist keine behördliche Meldung notwendig. Eine Anzeigepflicht bei der Unteren Naturschutzbehörde gilt nur bei besonders geschützten Arten. Im Zweifel lohnt sich eine Rückfrage beim zuständigen Amt.
Ein wichtiger Schritt ist die gesundheitliche Überprüfung der Tiere beim vogelkundigen Tierarzt, bei der auch gleich Fragen zu Impfungen und Routinekontrollen geklärt werden können. Außerdem sollten Vögel sich in Ruhe einleben können. Besonders in den ersten Tagen sollten sie sich an die neue Umgebung gewöhnen können und nicht zu sehr durch andere Tiere, Lärm oder den Halter gestresst werden.
Mit ihrem lebendigen Wesen, dem Sozialverhalten untereinander und mit fröhlichem Gesang bereichern die Ziervögel dann das Leben ihrer Menschen. IVH